Leider konnte ich aus beruflichen Gründen nicht an der Radtour des ADFC teilnehmen. Deren Fragen konnte ich schriftlich beantworten.

ADFC – Können Sie sich vorstellen, als Weinheimer OB zu einem offiziellen Termin mit dem Fahrrad zu kommen?

Ich würde alle Termine die mit dem Rad erreichbar sind mit dem (E-)Rad machen. Außer, ich muss etwas transportieren, oder es ist zu weit (z. B.: Oberflockenbach), oder die Witterung lässt es nicht zu.

ADFC – Soll Rad(durchgangs)verkehr durch Wohngebiete geleitet werden oder nicht? Sind Fahrradstraßen ein geeignetes Mittel, um solche Routen sicher und attraktiv zu  machen?

Antwort Matthias Hördt – Ja, der Raddurchgangsverkehr soll durch Wohngebiete gehen. Denn Fahrradstraßen, und der neue Radschnellweg, sollen ja auch von den Anwohnern für ihre Alltagsfahrten (Schulweg) genutzt werden

ADFC – Soll Rad(durchgangs)verkehr entlang der Kfz-Hauptachsen geleitet werden oder nicht? Sind Schutzstreifen ein geeignetes Mittel, um solche Routen sicher und attraktiv zu machen?

Antwort Matthias Hördt – Das richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten. Wenn möglich, sollte der Radverkehr nicht an den Hauptachsen für den KFZ-Verkehr liegen. Schutzstreifen haben sich aus meiner Sicht bewährt. Sie verengen die KFZ-Spur und geben mehr Sicherheit für Radfahrer.

ADFC – Sind Radschnellwege sinnvolle Komfortrouten für den innerörtlichen und regionalen Verkehr oder teure Prestigeprojekte, die am Bedarf vorbei gehen?

Antwort Matthias Hördt – Der in Weinheim geplante Radschnellweg ist eine sinnvolle Route und verbessert die Situation für Radfahrende. Also ist er kein teures Prestigeobjekt. Kann aber sein, dass es sich andernorts so verhält.

ADFC – Am Beispiel des Suezkanalwegs (dessen Sperrung für den Kfz-Verkehr der GR bereits mehrfach abgelehnt hat, zuletzt in den Beratungen zur Trasse der Radschnellverbindung nach Mannheim) zeigt sich, wie schwer es ist, eine Verkehrsführung zulasten des Autoverkehrs zu verändern. Welche Leitlinie wollen Sie bei der Verkehrsentwicklung in Weinheim verfolgen: Verkehrsraum zugunsten von Rad- und Fußverkehr neu verteilen oder bestehende Regelungen soweit wie möglich beibehalten?

Antwort Matthias Hördt – Die Situation für die Radfahrenden in der Mannheimer Straße, zwischen Suezkanal und OEG-Brücke, wurde verbessert. Dem KFZ-Verkehr wurde Raum genommen. Ebenso in der Bergstrasse zwischen Stadthalle und Bahnlinie. Auf den individuellen KFZ-Verkehr kann nicht verzichtet werden. Weiter muss es für Radfahrende und Fußgänger ebenso möglichst komfortabel und sicher sein. Der ÖPNV (Busse) benötigt ebenfalls Platz, um die Routen zuverlässig bedienen zu können. Aus meiner Sicht ist das Fahrradfahren in Weinheim in den letzten Jahren viel sicherer geworden. Auch durch den Umstand, dass die Radwege (auf meine Anregung hin) durch die Kolleginnen und Kollegen des Bauhofs kontinuierlicher sauber gehalten werden. Der neue Radschnellweg wird ebenfalls teilweise den KFZ-Verkehr etwas einschränken.

ADFC – Sollten die Zufahrten zu den Weinheimer Schulen zu den Schulzeiten für Kfz (einschließlich der „Elterntaxis“) beschränkt werden, um den Schüler*innen, die zu Fuß oder mit dem Rad kommen, einen sicheren Schulweg zu ermöglichen?

Antwort Matthias Hördt – ja

ADFC – Sollte die Weinheimer Innenstadt zukünftig (weitgehend) autofrei werden, um die Aufenthaltsqualität für Bewohner*innen und Besucher*innen zu verbessern?

Nein, das Auto ist für viele Menschen unverzichtbar. Der ÖPNV und Fahrräder können nicht die vielfältigen Funktionen des KFZ erfüllen. Die Steigerung der Aufenthaltsqualität ist eine Daueraufgabe. Für problematische Bereiche müssen Lösungen gefunden werden.

ADFC – Sollte die Stadt aktiv dafür werben, dass mehr Menschen mit dem Rad fahren? Welche Ideen haben Sie, um mehr Menschen in Weinheim zum Umstieg auf das Rad zu bewegen?

Antwort Matthias Hördt – Klar, das soll sie machen. Nach meiner Beobachtung hat die Zahl der Radfahrenden deutlich zugenommen. Das liegt an den E-Rädern. Gute und sichere Abstellanlagen wurden in den letzten Jahren angelegt. Das ist ausbaufähig. Gerade in Marktplatznähe.