Bewährte Sperrzeiten schützen Kerwe, Anwohner und Einsatzkräfte

Die Weinheimer Kerwe lebt von Tradition, Begegnung und einem friedlichen Miteinander. Damit dieses Fest auch künftig für alle ein Gewinn bleibt, braucht es klare Regeln. Die Sperrzeiten und Lärmschutzvorgaben der vergangenen Jahre haben sich dabei als sinnvoller und fairer Ausgleich zwischen den Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner und dem berechtigten Wunsch der Gäste erwiesen, ausgelassen feiern zu können.

Erfahrungen zeigen deutlich: Längere Öffnungszeiten verbessern das Fest nicht, sondern erhöhen Lärm, Konflikte und Vandalismus. Wer Verantwortung trägt, darf diese Entwicklung nicht ignorieren. Sperrzeiten sind daher kein Selbstzweck, sondern ein notwendiger Rahmen, der Sicherheit und Lebensqualität schützt.

Zur Wahrheit gehört auch: Die Kerwe ist nur möglich, weil viele Menschen über das normale Maß hinaus Verantwortung übernehmen – von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bis zur gesamten Blaulichtfamilie. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Sicherheitskräfte dürfen nicht über Gebühr belastet werden. Gleiches gilt für die Mitarbeitenden des Bauhofs, die jede Nacht dafür sorgen, dass Ordnung und Sauberkeit wiederhergestellt werden. Ohne ausreichende Ruhezeiten wäre das schlicht nicht leistbar.

In diesem Zusammenhang kann ich die immer wieder erhobene Forderung, Anwohner sollten während der Kerwe „einfach in Urlaub fahren“, nur als völlig überzogen und unverschämt bezeichnen. Die Anwohner wollen ebenfalls Kerwe feiern.

Stadtfeste müssen gemeinwohlorientiert organisiert werden. Hemmungsloses Feiern darf nicht die Leitlinie darstellen.

Die bisherigen Regelungen schaffen genau diesen Ausgleich: Sie ermöglichen ein lebendiges Fest, ohne die Belastungen ausufern zu lassen. Deshalb spreche ich mich klar für die bewährten Sperrzeiten und Lärmschutzmaßnahmen aus.