Für großflächige neue Gewerbe- oder Baugebiete hat Weinheim keinen Platz mehr – weder räumlich noch ökologisch. Die Stadt schafft es nicht, den gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleich auf eigener Gemarkung zu herzustellen. Für die Naturzerstörung in der Hinteren Mult soll in der 200 km entfernten Ortenau ein Vogelresort entstehen. Das ist absurder ökologischer Ablasshandel in Reinstform.
Aktuell liefert uns die Hintere Mult kostenlos sauberes Trinkwasser, Naherholung, CO₂-Speicherung und dringend benötigte Kaltluft für die heißen Sommernächte in der Weststadt. Wer dort bauen will, verabschiedet sich faktisch von jedem ernst gemeinten Klimaschutz. Der Ackerboden dort ist von höchster Qualität und für die Versorgung der Bevölkerung wichtig.
Die Einwohnerzahl sollte bei rund 45.000 bleiben. Mehr Menschen bedeuten mehr Infrastruktur, mehr Kosten für Kitas, Schulen, Sporthallen und Straßen. Letztere müssen gewartet, beleuchtet, gereinigt und im Winter gestreut werden. Wachstum um jeden Preis ist ein teurer Irrweg.
Ich setze auf Qualität statt Flächenfraß. Innenentwicklung statt Naturvernichtung. Die Hildebrandtsche Mühle wartet seit Jahrzehnten auf Fortschritte, die Allmendäcker sind noch nicht einmal fertig. Bevor wir neue Flächen opfern, müssen bereits bebaute effizient genutzt werden.